A Travellerspoint blog

Kaffee, Milch und Zucker

Arbeiten im Parlament

sunny 27 °C

Lange scheint es her zu sein als ich das letzte Mal in dies Buechlein schrieb. Inzwischen bin ich fast schon wieder aus Brisbane weg.
In Berlin schneit's, hab ich gehoert. Hier freute man sich ueber den Regen in der letzten Woche, da Wasser waehrend des Sommers knapp ist in Queensland. Inzwischen scheint die Sonne wieder und ich geniesse meinen halbfreien Tag bei 27 Grad C.
Waehrend der letzten Woche habe ich im Parlament gearbeitet. Montag Abend 3 Stunden, Di-Do jeweils 7 Uhr (morgens) bis 9 oder 10 (abends) mit drei Stunden Pause zwischendurch, und am Freitag nochmal 7-15 Uhr. Vor drei Wochen, als ich eine aehnliche Woche hatte, konnte ich immer in meinen Pausen in den botanischen Garten gehen (gleich nebenan) und lesen, schnabulieren oder schlafen. Wegen des Regens ging das letzte Woche leider nicht...
Vormittags arbeite ich dort immer im Coffee shop, mixe also den Herren und Frauen Parlamentariern als auch allen moeglichen Mitarbeitern ihren Wachmachertrunk, und helfe in der Cafeteria aus, wo Sandwiches und warmes Fruehstueck sowie Mittag auf dem Plan stehen. Nach einer Weile kennt man die spezifischen Menues von regelmaessigen Besuchern und fragt nur noch: "The usual, Sir?" oder "The usual, Mr. Quinn?" Oder man schaut auf die Uhr und denkt, oh, kurz vor Acht, na dann kommen gleich 4 Flat Whites (unser Caffe Latte) fuer die Herren der Opposition. Und Karen bekommt 2-3 mal am Tag einen double shot Cappuccino on physical (milk). Die Milch gibt's hier naemlich in drei verschiedenen Varianten. "Full Cream" ist unsere 3.5%Milch, "Trim" die 1.5%ige und Physical habe angeblich kaum Fett, also Wasser mit weissem Pulver ohne Geschmack. Meistens bestellen sich dicke Frauen mit 2 Muffins die Physical...

Abends geht's dann ins Restaurant, wo nur Abgeordnete zugelassen sind und ihre Abendmahlzeit einnehmen. Oder man kellnert auf irgend einer Veranstaltung der Ministerin fuer Tourismus und Wein. Am Donnerstag waren Mitarbeiter der italienischen Botschaft als auch des "Office for foreign affairs" auf einer solchen Veranstaltung. Man trifft interessante Leute dort, hat aber wahrend einer solch vollgepackten Woche kaum Zeit Zeitung zu lesen, sodass man erst am Wochenende erfaehrt, dass der Mr. Quinn in eine Bestechungsaffaere verwickelt wurde und von einem anderen Abgeordneten zum Ruecktritt gebeten wurde...

Parlamentariersitzungen sind nur alle 2 Wochen, weshalb die Wochen dazwischen eher ruhig fuer mich waren, da die Agentur, die mich vermittelt, mir dann nicht so viel Arbeit gegeben hat. Leider wird Brisbane nach einer Weile langweilig, wenn man nichts zu tun hat und leider sind auch die meisten Leute, mit denen ich mehr zu tun hatte, waehrend der letzten freien Woche abgereist, sodass alles noch viel langweiliger war. Deswegen habe ich meine Abreise sofort nach den naechsten Parlamentssitzungen schon fest geplant. Naechsten Montag geht es nach Christchurch und dann drei oder 4 Wochen lang rumreisen im Auenland. "Yeah, ein Traum wird wahr!"

Posted by wasserelfe 19:33 Archived in Australia Comments (0)

Jobs in Brisbane

rain 28 °C

Aus Red Bull ist nichts geworden. Aus dem kleinen italienischen Restaurant auch nicht. Hat sich eigentlich am Anfang ganz gut angehoert: Italienische Geschaeftsfuehrung (zumindest der Vater ist gebuertiger Italiener), ein kleines Restaurant in Chinatown, eine kostenlose Pizza zum Mitnehmen am ersten Abend. Das Probearbeiten war ganz gut und der Herr Manager (einer der Soehne) hat mir die naechsten vier Abende Schichten gegeben. Daraus wurden dann nur zwei Abende zu jeweils 2 Stunden. Sehr langweilige Abende, denn obwohl das Restaurant inmitten des Szenebezirks liegt, schafft es es durch einen erstaunlich schlechten Service die Gaeste anhaltend fernzuhalten. Mein "Chef" hat mir heute meine schlechte Einstellung zur Arbeit vorgeworfen, obwohl ich ihm seine Gerichte in kurzer Zeit kochen konnte, alles abgewaschen und sauber gemacht habe und es sonst weiter einfach keine Arbeit an diesen Abenden gab.
Meine subjektive Wahrnehmung hat die Wahrheit etwas anders aufgenommen: Ein unattraktiver MoechtegernItaliener (er konnte auch nur die italienischen Worte zum Frauenaufreissen) mit mangelnder sexueller Bestaetigung und einem IQ unter dem von Bush hat bemerkt, dass das Maedchen in der Kueche, das mehr als 10 Jahre juenger ist, etwas mehr von Hospitality versteht als er selbst. Ich war nicht ueberheblich und hab keine Kritik geuebt, aber er hat einfach Fehler im Service gemacht, auf die man normalerweise am ersten Tag seiner Hotelfachlehre hingewiesen wird. Und ich glaube, das hat der Mann, der im letzten Jahrhundert irgendwo steckengeblieben ist, nicht verkraftet.
Entschuldigung, aber das hat nichts mit uebertriebenem Feminismus zu tun.
In der Cafeteria und im Coffeeshop im Parlament, wo ich jetzt mehr oder weniger eine feste Stelle habe, werde ich auch ganz normal akzeptiert. Man hat mich gefragt, ob ich laenger bleiben moechte als nur die zunaechst vereinbarten 3 Tage. Diese Lokalitaet hat auch ein bisschen mehr Qualitaet...

Ansonsten hoffe ich in 3-4 Wochen genug Geld fuer meine Weiterreise zusammengespart zu haben. Laenger halte ich es trotz der freundlichen und liebevollen Mitarbeiter der Cafeteria nicht in der Grossstadt aus.

Posted by wasserelfe 02:02 Archived in Australia Comments (4)

Die Maerchenbaeume

Endlich sind ja nun auch die restlichen Photos von Cairns fertig. Und da soll hier natuerlich nicht einer der wunderschoenen Maerchenbaeume fehlen, auf denen die Papageien allabendlich ihre Volksdisskusionen abhielten:

Cairns, Maerchenbaum.jpg

Posted by wasserelfe 04:21 Comments (1)

Graue Hunde, giftige Spinnen und Mr. Kangarooh

Eine Reise entlang der East Coast

sunny 29 °C

So, jetzt bin ich weitergereist, ganze 1923 km. Das ist 'n Stueckchen und deswegen hat's auch 1 1/2 Wochen gedauert. Andere Leute nehmen sich dafuer 3-6 Wochen Zeit. Aber Cairns wollte ich nicht von heute auf morgen verlassen (hab mich doch ziemlich gut mit den Leuten dort verstanden) und in Brisbane musste ich diesen Samstag zwecks eines Englischtests sein.

Die Reise

Erster Stop war Airlie Beach, absolute Partyhochburg. Bin nur eine Nacht geblieben und hab am naechsten Tag einen Abstecher in die Whitsunday Islands gestartet.
Schaut Euch diese Photos an:

Whitsunday1.jpg

Whitsunday3.jpg

Whitsunday4.jpg

Whitsunday2.jpg
(Sorry!)

Das war ein Tag lang Paradies.

Abends hab ich Freunde getroffen, die ich in Cairns kennengelernt habe. Es existieren doch Photos vom Sonnenaufgang an der Esplanade in Cairns! Die Jungs treff ich wohl auch wieder, wenn sie nach Brisbane kommen - ein Englaender und ein Thueringer.

Nach weiteren 14 Stunden mit dem Greyhound Pioneer (Bus) war ich in Hervey Bay - absolut langweilig, wenn man niemanden kennt. War aber nicht so schlimm, denn 1. war ich sowieso total muede und 2. lernt man schnell Leute kennen. Am naechsten Morgen ging's auf die groesste Sandinsel der Welt - Fraser Island. Zudem die einzige Sandinsel, auf der Regenwald waechst.
Das war mit das geilste, was ich bis jetzt hier gemacht habe! Zu 9. in einem Allradantriebtruck (auf Englisch geht's viel einfacher: "4WD" (4 wheel drive)) und kaum einer kennt sich zu Beginn. Wir hatten Glueck, denn wir kamen ziemlich gut miteinander aus, wir hatten keinen Notfall und unser Auto hat nicht den Geist aufgegeben. Habe einige solcher Horrorgeschichten zum Glueck erst nach dem Trip gehoert.

Fraser, Van.jpg

Fraser, Highway.jpg

Der Strand ist offizieller Highway und Landebahn fuer Flugzeuge. Schwimmen sollte man im Ozean nicht, da die Gewaesser vor Fraser Island von Tigerhaien wimmeln. Nicht mal mit Fuessen darf man ins Wasser gehen, da die Stinger Season (Feuerquallen) schon begonnen hat.

Dafuer bietet diese wunderbare Insel ganz viele Seen und Baeche mit glasklarem Wasser. Eli Creek, den wir ein Stueck bis zum Strand entlang geschwommen sind:

Fraser, Eli Creek.jpg

Lake McKenzie ist der bekannteste See der Insel:

Fraser, McKenzie.jpg

Da bin ich durchgeschwommen. Absolut geil, wenn man das Licht durchs Wasser scheinen sieht. Und auf der anderen Seite waren nur wir beide (bin nicht alleine durch den See geschwommen, Sabrina war dabei...).

Von Fraser Island aus hab ich auch das erste Mal einen Wal, Delphine, Meeresschildkroeten und Mantarochen gesehen. Die Photos sind aber eher ein Suchspiel als beeindruckend...

Einige der Londoner, die, mit denen ich mich am besten verstanden habe, sind mit dem Bus oder mit nem Van in die gleiche Richtung weitergereist wie ich. (In Australien gibt's ja entlang der Kueste eigentlcih nur zwei Richtungen, in die man reisen kann. Alles andere fuehrt ins duerre oder unbegehbare Landesinnere oder in den Ozean mit den Haien...) Naechster Stop war Noosa, ein kleines snobistisches Kuestenstaedtchen, in dem wir alle im gleichen Hostel geschlafen haben und nochmal 2 Tage Fraser Island gefeiert haben. Morgens in der Dusche macht man dann auch Bekanntschaft mit den Einheimischen:

Noosa, Spinne.jpg

Nicht weit entfernt von Noosa (und schon fast bei Brisbane) befindet sich der "Australia Zoo", Home of the Crocodile Hunter, Steve Irwin. Ich kannte diesen Menschen nicht, bevor ich ein Video ueber sein Leben im Bus zum Zoo gesehen habe. Sana, Medizinstudentin aus London, meinte, er waer in England total bekannt. Wahrscheinlich kann man seine (sehr interessanten) Videos auch im Discovery Channel von Premiere sehen.

Jedenfalls war das ein sehr interessanter Ausflug und ich hab meinen ersten Koala gesehen:

Koala2.jpg

Und Mr. Kangarooh:

Mr Kangarooh.jpg

Die hoppeln da einfach so rum und lassen sich anfassen. Wicked!
Natuerlich gehoerte auch die Krokodil-, Tiger- und Schlangenvorfuehrung zum Programm. Sehr beeindruckend...

Noosa selbst hat einen National park, in dem man an der Kueste entlanglaufen kann. Und da wir gerade Oktober haben, sieht man dann von der Kueste aus auch Wale und Delphine. Buckelwale wandern in dieser Zeit Richtung Sueden an der Kueste entlang und sind sehr haeufig zu sehen. Allerdings sind die Photos, genau wie auf Fraser Island, nicht so aufschlussreich...

Und jetzt bin ich in Brisbane. Obwohl Grossstadt, obwohl grau und obwohl Raben statt Papageien gefaellt mir die Stadt irgendwie. Genau wie Sydney ist es einfach ein Gefuehl, von dem ich nicht sagen kann, woher es kommt. Vielleicht sortiere ich morgen oder uebermorgen fehlerhafte Dosen fuer Red Bull aus. Vielleicht finde ich wieder ein Restaurant, in dem ich als Kellnerin oder als Koch anfange. Mal gucken...

Uebrigens ist in Brisbane gerad nicht so gutes Wetter, gestern hat's sogar den ganzen Tag lang geregnet. Also, 's gibt auch schlechtes Wetter in Australien.

Posted by wasserelfe 21:08 Archived in Australia Tagged backpacking Comments (0)

Italienische Zwillinge und ein bisschen Buntes

Dieses kleine Staedtchen mit den Papageien, den Kreisverkehren und den Urwaldbergen in der Umgebung liegt an der Ostkueste Australiens. Deshalb kann man hier leider nie Sonnenuntergaenge ueber dem Meer beobachten. Dafuer aber die Sonnenaufgaenge. Und was soll man sonst machen, wenn man mit Freunden von nem Freund und deren Freunden eine ganze Nacht lang durch "shithead" gespielt hat, DAS backpackerkartenspiel in australien, aehnlich wie mau mau, nur nicht ganz so langweilig, und man gegen 5 uhr morgens merkt, dass die sonne in einer halben stunde aufgeht, als zur Esplanade zu laufen, wo dank der Ebbe ein Stueckchen Strand frei ist, und die Sonne am Horizont ueber dem weiten Ozean auftauchen zu sehen?
Von diesen Momenten am Strand, dem Geruch von Meer in der Zeit zwischen Nacht und Tag, von der leisen Waerme der ersten Sonnenstrahlen des Tages habe ich leider nur Erinnerungen. Mein Photoapparat lag derweil zu Hause auf dem Bett.

Ich habe mich selten in Menschen komplett getaeuscht. Meistens stimmen die ersten Eindruecke im Groben. Ich glaube, ich habe mich in einem Menschen noch nie so getaeuscht wie in meinem jetzigen Chef. Der Mann ist Zwilling. Zwillinge haben meistens zwei Gesichter. Dieser Mann hat zwei komplett verschiedene Persoenlichkeiten. Das sage nicht ich, das sagt er von sich selber. In den ersten zwei Wochen hatte ich immer Angst vor ihm, ein kleiner Italiener mit grimmigem Gesicht und zynischen Bemerkungen.
Nach der Arbeit gehen wir meistens noch in eine Bar und trinken ein Feierabendbier. Als ich das erste Mal mit dabei war, hab ich mich irgendwann mit ihm unterhalten. Seitdem ist alles okay. Ich hab keine Angst mehr vor ihm; ich weiss, dass er Job und Freizeit strikt voneinander trennt und mich nicht entgegen urspruenglicher Gedanken fuer total bloed haelt. Die teilweise respektlosen Bemerkungen im Retsaurant laesst er jetzt auch.
Und bis auf zwei zerbrochene Weinflaschen (eine davon war voll...) stell ich mich als Kellnerin auch nicht mehr allzu bloed an. Na ja, manches ist eben doch relativ.

So, und das allerbeste: Photos sind fertig!

(1) 76490017.JPG

Die Skyline von Sydney. Ganz links sieht man auch den Tower, den hoechsten Turm der suedlichen Hemisphere.

(2) 76490018.JPG

Das Standardtouristenphoto - Harbour Bridge und Opera House

(3) 76500032.JPG

Das ist Cape Tribulation von Norden aus photographiert. Geil, oder?

(4) 76500020.JPG

Der gleiche Trip, aber im Urwald drinne.

(5) 76500035.JPG

Zwei Maedels stossen nach Stunden Urwald (leicht uebertrieben) endlich auf eine Strasse, den Bloomfieldtrack. Und was sagt dieses grausame Schild? "No toilets next 32 km" Mhmm...

(6) 76510013.JPG

So, dat sind se. Drei Koeche und eine kitchenhand nach dem Pferderennen. Alex, Col, ich und Janina (v. li.)

(7) 76510026.JPG

Was waere ein Photoapparat ohne Selbstausloeser? Sehr praktisch, wenn man alleine unterwegs ist. Der Weg fuehrte in der Naehe von Cairns auf einen Berg mit schoenem Ausblick. Zwar ist der Weg nicht zu lang und der Berg nicht allzu hoch (um die 300m). Aber der Weg weiter hinten war nicht mehr befestigt und Holztreppen gab es auch nicht mehr. War stolz auf mich, als ich mich ins Visitor's Book auf dem "Gipfel" eingetragen habe.
Auf dem Rueckweg lag ein riesiger Salamander auf dem Weg. Dunkelblau-dunkelgruen mit weiss-gelblichen Punkten und einer zischelnden Zunge. Ich hab mich in meinem Leben nur einmal so sehr erschreckt: Als eine Spinne mit 5 cm Koerperdurchmesser und 7 cm langen haarigen Beinen in meiner Kueche (in Deutschland!) an der Wand klebte.
Jedenfalls war der Schock des Augenblicks zu gross, als dass ich schnell genug meine Kamera rauskramen konnte und das Bildnis des Schoenlings mit anderen Menschen haette teilen koennen.

Posted by wasserelfe 01:22 Comments (2)

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