A Travellerspoint blog

Ganz doll suedlich

overcast 19 °C

Nach einer knappen Woche im Stadtteil St. Kilda in Melbourne habe ich mich auf die kleine Insel Tasmanien aufgemacht. 3 Wochen lang Campen entlang der Ostkueste, bis wir Hobart erreichen.
Tasmanien ist ein Naturparadies. In den Nationalparks sieht man Kangaruhs, Echidnas, eine schwarze Schlange und noch mehr Kangaruhs. Mit der sauberen Luft (irgendwo auf Tasmanien gibt's wohl die sauberste Luft der Welt...) und dem taeglichen Laufen, Wandern, Fahrradfahren, Zelt-Auf- und -Abbauen schlaeft man dann auch regelmaessig 12 Stunden. Ein Phaenomen fuer mich.

Die tasmanische Sonne brennt schon sehr und taeglich Sonnencreme ist ein Muss, auch wenn man im Wind (aber auch ohne Wind) schon wieder friert.

Posted by wasserelfe 17:01 Archived in Australia Comments (1)

Ein Jahr und ein Urlaub gehen zu Ende

overcast 20 °C

Nun haben ja doch einige nachgefragt, wie ich Weihnachten verbracht habe und deswegen werde ich jetzt mal meine Privatsphaere hier offenlegen:
Am Heiligen Abend also mein super hammermaessiger, alles-andere-in-den-Schatten-stellender, atemberaubender, eigentlich unbeschreiblicher SkyDive (auf gut deutsch: Fallschirmsprung). Danach bin ich aus Queenstown, der Partymetropole der Suedinsel, gefluchtet und habe mich in eine kleine Stadt an einem See inmitten einer Fjordlandschaft zurueckgezogen.

Der 1. Weihnachtsfeiertag bestand aus ganz viel lesen ("Herr der Ringe") und ein bisschen Spazierengehen am See, auf den Steinen am Ufer liegen, die Wolken und das fast minuetlich wechselnde Wetter zu beobachten. Um die Tradition des Heiligen Festes komplett zu umwandern gab es abends Nudeln mit Tuetensuppe. Nicht des knappen Geldes wegen - ich haette mir durchaus ein Mahl leisten koennen.

Am 2. Weihnachtstag ging es mit meiner Busorganisation zum Milford Sound, einem der schoensten Fjorde, und dort dann auf eine 2-stuendige Bootstour. Mit einem anderen Deutschen (in Neu Seeland gibt's nicht ganz so viele deutsche Touristen wie in Australien) habe ich mich waehrend der Busfahrt (u.a.) ueber Mathe und internationales Studium unterhalten. Ja, spaetestens jetzt duerft ihr mich fuer total abgedreht halten. Aber es war interessant...

Und heute feier ich Silvester. Irgendwo in Christchurch. Im Hagley Park gibt's wohl ein Konzert, auf dem Cathedral Square (direkt vor meinem Hostel) laueft der Countdown. Und Regina, die Bayerin, die ich in Picton kennengelernt habe und mit der ich ein paar Tagestouren zusammen unternommen habe und mit der ich mich total gut verstehe und die ich entgegen all meiner Berliner Prinzipien wahrscheinlich doch in Bayern besuchen werde, ist auch hier. Und wir werden hoechstwahrscheinlich zusammen durch die Stadt ziehen und hier und da mal an einem Glaeschen Sekt nippen.

Alles in allem werde ich das neue Jahr 12 Stunden frueher begruessen duerfen als die meisten von Euch. Und das naechste Jahr ist deshalb ganze 12 Stunden laenger fuer mich als sonst.

Wuensche Euch alles Gute fuer's neue Jahr und dass auch Eure Traume wahr werden!

Posted by wasserelfe 14:17 Archived in New Zealand Comments (0)

Ein bisschen von Mittel Erde

Zu wenig um das Wunder zu beschreiben

overcast 20 °C

So, zum Heiligen Abend schreibe ich dann doch mal wieder etwas in dies Buechlein. Bin nun schon drei Wochen in Neu Seeland unterwegs und die Zeit rennt mir davon.
Hier kommt einem alles normal vor. Aber sobald man sich die Ereignisse der letzten Woche ins Bewusstsein ruft, oder auch nur aus dem Fenster schaut, weiss man wieder, dass man eigentlich seinen Traum lebt.

Montag: Gletscherwanderung. Es regnet zwar, aber dadurch scheint das Eis richtig blau und sieht in seinen Formen bizzar vor den von Regenwald bedeckten Bergen aus.

Mittwoch: Busfahrt nach Wanaka, dem Ort, um den die meisten "Herr der Ringe"-Schauplaetze sind. Dort auf einen Huegel gestiegen und die malerische Aussicht genossen.

Donnerstag: Meinen ersten 1000er bestiegen. Wanaka selbst liegt zwar ca 200m ueber Meeresspiegel, aber der Berg war 1578m hoch. Da war die Aussicht gleich noch besser.

Am Freitag ging es mit dem Bus nach Queenstown, der Action-Stadt ueberhaupt. Vorher haben wir an einer Bruecke gehalten, an der Bungy-Jumping das erste Mal kommerziell gemacht wurde. Und ganz spontan habe ich mich dann von der Bruecke runterspringen gesehen. Das erste Mal den freien Fall erlebt - fuer 2 Sekunden.

Am Samstag (also heute) war's dann etwas hoeher, etwas laenger und etwas geiler. Nach 45 Sekunden Freifall (na, wie hoch muss das Flugzeug mindestens gewesen sein?) geht der Fallschirm auf und wir geniessen ca 2 bis 10 Minuten fliegen. Man hat da kein Zeitgefuehl mehr, man denkt auch nicht mehr. Es ist einfach nur noch - unbeschreiblich.

Und als ich dann vor ca 2 Stunden im Hostel in Te Anau ankam, muss die Dame an der Rezeption etwas verwechselt haben. Anstatt in einen Dorm mit 6 oder 8 Betten hat sie mich in ein Einzelzimmer fuer den gleichen Preis gesteckt. Ich meinte "I'm on the Stray" (dem Busunternehmen), dafuer bekommt man Rabatt. Vielleicht hat sie gedacht, ich waer einer der Busfahrer, die immer ihre Einzelzimmer kriegen. Na ja, ich beschwer mich nicht ueber Luxus an Weihnachten.

Eigentlich wollte ich auch schon Photos von Neu Seeland mit reinpacken, aber das wird wohl vor Mitte Januar nichts, bevor ich wieder in Australien bin. Sorry!

Euch ein schoenes Weihnachtsfest!

Posted by wasserelfe 22:51 Archived in New Zealand Tagged backpacking Comments (0)

ABM, Apfelreste und Allerlei

12 Stunden Zeitunterschied nach Berlin

semi-overcast 19 °C

Es machst ja immer Spass, einen Flughafen und sein Personal genauer kennzulernen. Deswegen habe ich den Flughafen von Brisbane gleich zweimal angesteuert, bin beim 1. Mal aber nicht weiter als bis zum Check-in-Schalter gekommen. Grund dafuer war, dass ich meinen Rueckflug aus Neu Seeland noch nicht gebucht hatte, man dies aber tun muss, um die Aufenthaltsgenehmigung fuer Besucher fuer 3 Monate zu bekommen. Nichts also fuer flexible Leute.
Also bin ich am naechsten Tag wieder hingegangen. Waehrend das Flugzeug am ersten Tag puenktlich war und ich deswegen keine Zeit mehr hatte, noch einen Rueckflug zu buchen, kam es gestern gleich mal 1 Stunde zu spaet...
Waehrend ich also wartete und mir die Idee kam, etwas zum Schnabulieren zu besorgen, fiel mir auf, dass ich mein Portemonnaie mit Bargeld in der praktischen kleinen Tasche am Hueftgurt meines Rucksacks gelassen hatte. Also zurueck zum Schalter und dem wohlbekannten Personal und Rucksack rausfischen lassen. Dann mit der netten Dame, die am Tag zuvor meinen Flug ganz liebevoll kostenlos umgebucht hat, in die staff area zum Rucksack. Da ist mir dann aufgefallen, dass ich vergessen hatte, die kleine praktische Tasche am Hueftgurt meines Rucksacks zu schliessen und das Portemonnaie demzufolge nicht mehr drin war. Gluecklicherweise waren nur noch 30$AU drin und nicht wie Freitags und Sonntags (als ich mein Portemonnaie jeweils auch verloren hatte) 100$AU. Da hab ich's aber wieder bekommen. In der Gepaeckgegend ist mein Portemonnaie auch nicht mehr aufgetaucht. Auch wenn die nette Quantasmitarbeiterin nochmal telephonisch nachgefragt hat, ob nicht jemand durchlatschen und nach meinem kleinen Portemonnaie Ausschau halten koennte...

Inzwischen bin ich doch in Neuseeland. Am Flughafen haben gleich zwei Spuerhunde bei mir angefangen zu bellen, weil ich noch einen Apfelrest in einer Plastiktuete in meinem Handgepaeck hatte. Daran habe ich gar nicht mehr gedacht, sondern war viel mehr besorgt um Nudeln und Muesli, die ich ja auch mit importiert hatte und die genausogut haetten beschlagnahmt werden koennen. Letztere waren aber gar kein Problem, solange man sie deklariert. War halt nur peinlich vor allen anderen meine Tasche auszukramen.

Und bei der Passkontrolle haette ich fast wieder Probleme bekommen, weil ich vom Rueckflug keinen Ausdruck sondern nur eine Reservierungsnummer hatte. Die Beamten haben mir letztlich doch geglaubt und mich durchgelassen.

Meine australische Nummer funktioniert hier gar nicht. Habe beschlossen, das Handy ganz auszumachen und auch das Internet nur gelegntlich zu nutzen. Sollten wir uns nicht mehr hoeren, dann wuensche ich Euch Schoene Weihnachten und einen gluecklichen Start ins neue Jahr!

Posted by wasserelfe 22:29 Archived in New Zealand Tagged air_travel Comments (2)

Tschuess Parlament!

Champagner, Tooheys Extra Dry und Orangensaft zum Erholen

sunny 31 °C

Diesmal schreibe ich ein bisschen frueher. Denn: Es ist ein bisschen was passiert, das sich lohnt zu berichten.
Letzte Woche war meine letzte Woche im Parlament. Bin ja eigentlich nur wegen den letzten zwei Parlamentswochen in Brisbane geblieben, weil das viele Stunden Arbeit und ein bisschen mehr Reisegeld bedeutete. Gleichzeitig war das aber auch die letzte Woche vor Weihnachten fuer die Abgeordneten im Parlament. Die naechsten Sitzungen starten erst wieder im Februar. Und am Ende eines jeden Jahres veranstalten die Abgeordneten eine Party, auf der sie hinter der Bar stehen und Fingerfood auf Tabletts durch die Gegend tragen und sich auf diese Weise bei all ihren Mitarbeitern bedanken.
Wir wurden auch auf diese Party eingeladen.

Zunaechst einmal war es ziemlich komisch auf der anderen Seite zu stehen und die ganzen kleineren und groesseren Fehlerchen zu bemerken. Bei den ganzen leeren Glaesern haette man sich am liebsten gleich ein Tabletts geschnappt. Aber das war an diesem Abend nicht unser Job. Wir haben lieber Champagner getrunken.
Noch komischer war es, dass our honesty Mr Speaker (so mussten wir ihn immer ansprechen; sein realer Name war Tony McGrady; so was wie unser Bundestagspraesident) hinter der Bar stand und Sekt einschaenkte.
Als ich mich mit Mr Ronan Lee MP ueber Gesundheitspolitik und Umweltschutzmassnahmen unterhielt, wurden orangefarbene Armbaendchen verteilt - billigere Drinks in der Adrenalin Bar, in die dann spaeter auch ein Grossteil der Politiker pilgerte. Ich wurde im Auto eines Abgeordneten mit persoenlichem Fahrer mitgenommen, drei weitere Abgeordnete auch. In Englisch nennt man sowas "posh". Zum Glueck hat keines der Polizeiautos gemerkt, dass vier Leute auf der Rueckbank sassen. Denn - da hab ich dann doch nochmal nachgefragt - auch Abgeordnete muessen zahlen. Und ich waere wahrscheinlich des Landes verwiesen worden. Aber ich glaube, das hat er nicht ganz so gemeint.

Durch den Eingang der Adrenalin Bar ist jeder ohne Probleme durchgekommen. Nur ich wurde auf gefordert, ID zu zeigen...

Nach ein paar Bier liessen dann die Politiker auch Huellen fallen (keine Baumwollhuellen!). Da tanzte dann die Mitarbeiterin der Ministerin fuer Tourismus und Wein (sehr eng) mit einem Abgeordneten der Opposition. Und ein weiterer Abgeordnete (Namen nenn ich lieber nicht) konnte sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden. Doch, solche Abende sind schon sehr interessant und so manchen Journalist waere bestimmt gerne dagewesen.

Neben ein paar Bier (Tooheys schmeckt ja einfach mal gut) war der Abend aber noch auf andere Art vorteilhaft fuer mich. Mr Lee MP hat naemlich Kontakte zur Green Party of Tasmania (die erste gruene Partei der Welt). Mein Plan war ja, in Tasmanien Freiwilligenarbeit in einem Nationalpark oder so was Aehnliches zu machen. Die Suche nach solch einem Job duerfte ja jetzt etwas einfacher werden...

Eigentlich ist es schade, das Parlament jetzt zu verlassen, wenn man einige Leute so gut kennengelernt hat. Ich meine nicht die Abgeordneten, sondern eher die Supervisors; die Frauen, mit denen ich in der Cafeteria zusammengearbeitet habe; den alten Mann aus der Bibliothek, der jeden Morgen seinen Coffee geholt hat; Margaret, die mich zu sich nach Hause einlud und in 5 Jahren, sobald ihre juengste Tochter nicht mehr zur Schule geht, um die Welt reisen und nach Deutschland kommen wird; Conny aus Konstanz, die ihr sponsorship visa bekommen hat, jetzt 2 Jahre lang fuer's Parlament arbeiten wird und mit der man (wirklich) ueber alles reden kann; Karen, die 2-3 mal am Tag ihren Double Shot Cappuccino on physical milk bekommen hat; Julian, ein weiterer Kellner aus deutschem Hause und wegen dem Hannes aufgrund Julians persoenlicher Neigungen etwas Angst bekam; Mr Shine MP, der seinen Cappuccino immer ganz heiss wollte; die blonde Frau mit ihrer eigenen Porzellantasse und einem Double shot Flat White on physical; James, den policy advisor for health for Premier Mr Peter Beattie MP, chicken and salad sandwich on turkish bread und skinny FW in a small cup; Mr O'Brien MP, Mr Bob Quinn MP und Mr Bruce Flegg MP; die Koeche, die einen jeden Tag mehrmals mit einem Laecheln in der Kueche Willkommen hiessen, obwohl man ja eh schon im Parlament fast gewohnt hat, und die mir immer ein vegetarian meal extra zubereiteten; usw usf

Irgendwie ist es schon wieder schwer hier wegzugehen. Vielleicht lern ich ja wirklich mal waehrend diesen Jahres Abschied zu nehmen und einfach weiterzugehen. Man gewoehnt sich viel zu schnell an einen Ort. Aber bei der Queenslaender Mentalitaet, die von Offenheit und Herzlichkeit gepraegt ist, faellt es schwer, Abschied zu nehmen.

Posted by wasserelfe 19:16 Archived in Australia Comments (0)

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